Horst Neujahr !!!

Dezember 30th, 2009 by admin

Ich möchte hier noch einmal ein großes DANKESCHÖN an Alle loswerden die mich dieses Jahr so unglaublich toll unterstützt haben. Die Arbeit mit Euch hat unglaublich viel Spass gemacht und ich freue mich auf das neue Jahr mit Horst! Ich wünsche Euch das Allerbeste für 2010 !!!

In diesem Sinne: Horst Neujahr!

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Bildgestaltung & Bildsprache

Oktober 17th, 2009 by admin

Noch bevor das Drehbuch komplett war, setzte ich mich mit Kameramann und Regieassistenz zusammen, um über die Anmutung des Films zu sprechen. Da ich bereits recht genaue Vorstellungen vom Look und der Bildsprache des Films hatte, konnte ich diese auch sehr anschaulich an die Beiden vermitteln. Dazu dienten mir erneut ein Moodboard, das sowohl Farbigkeiten und Bildaufbau als auch Stimmungen des Filmes verdeutlichte, und ein paar meiner alten Comics (siehe Abb.).

Die Bildsprache und die Farbigkeit des Filmes sollten etwas comicartiges haben, um die Übertreibungen der Geschichte zu unterstützen. Starke Farben und Kontraste sind ein typisches und oft verwendetes Stilmittel dieser Kunstform. Die Hintergründe und Umgebungen der Personen sind meistens einfach und grafisch gestaltet. Diese Punkte waren mir für die Anmutung des Filmes wichtig und maßgeblich für die Gestaltung der Bilder. In Horsts kleiner Welt sollten zwar erdige Farben dominieren, ohne jedoch kontrastlos und matschig zu wirken. Um für ein entsprechend „knackiges“ Endergebnis zu sorgen, war auch die Aufnahme mit einer Kamera mit großer Farbtiefe und Lichtempfindlichkeit notwendig.

Die verschiedenen Szenen sollten unterschiedliche Farbigkeiten erhalten, ein Stilmittel, das im Film wie auch bei der Kolorierung von Comics oft genutzt wird. Deshalb teilten wir den unterschiedlichen Charakteren in der Produktionsphase anhand ihrer Wesenzüge mit Hilfe von Farbkarten bestimmte Farben zu. Diese wurden dann extra als Wandfarbe angemischt und stellten auch für die Ausstattung und die Kostüme eine Orientierung dar.

Horst wurden dabei eher bräunliche bis gelbliche Farben, Pistaziengrün und Beige zugesprochen, die vielmehr aus Faulheit und Desinteresse seinen Alltag schmücken als bewusst von ihm gewählt zu sein. Außerdem hat er einen Hang zu grausamen Mustern. Muster machen allerdings der Kamera Probleme, wenn sie zu feinteilig sind. Marias Farben sollten dazu im absoluten Kontrast stehen. Ihre übertrieben weibliche Art und ihr schlechter Geschmack sollten sich in ihrer Umgebung widerspiegeln und so zusätzliches Unwohlsein bei Horst auslösen. Die logische Schlussfolgerung war die weiblichster aller Farben - Rosa - und der verschwenderische Umgang mit ihr.

Die Bildhintergründe wollte ich recht ruhig halten, um die volle Konzentration auf die im Bild befindliche Person zu gewährleisten. Dies erreicht man einerseits durch die entsprechende Ausstattung am Set und die Kameraposition, andererseits auch durch geringe Tiefenschärfen, die zudem einen bestimmten filmischen Look erzeugen. Auch Schärfenverlagerungen sollten für bestimmte Szenen genutzt werden, um die Aufmerksamkeit von einer auf die andere Ebene zu ziehen.

Einrahmungen und ruhige Einstellungen sollen dazu dienen, Horst in seiner kleinen, etwas befremdlichen Welt, ähnlich der eines Comics, zu etablieren. Die größtenteils grafischen, oftmals rechtwinkligen Bilder sollten nur gebrochen werden, wenn Horst aus seinem Trott gerissen wird.

… weiter bei Gelegenheit …

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Adaption

Oktober 10th, 2009 by admin

„Eine Literaturverfilmung ist ein auf einem literarischen Werk basierender Film. Das Schriftstück für eine filmische Adaption ist meist ein Roman … Allerdings ist nicht jeder Film mit literarischer Vorlage eine Literaturverfilmung, sondern nur solche mit einem künstlerischen Anspruch, da es sich um einen bekannten, literarisch „wertvollen“ Roman handelt … Das Drehbuch für Literaturverfilmung weicht meist von der Buchvorlage ab. Da ein Film kürzer und knapper erzählt werden muss, als es beispielsweise ein Roman zulässt, werden oft Handlungsstränge weggelassen oder vereinfacht. Genauso gut kann es vorkommen, dass wichtige Personen oder Dialoge, die in einem Buch vorkommen, in der Drehbuchversion erst gar nicht erscheinen. … Filme funktionieren nach anderen Gesetzmäßigkeiten als Romane.“ [ Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Literaturverfilmung ]

Ich hatte also nicht vor, eine Literaturverfilmung zu machen, sondern vielmehr ein Boulevardstück zu adaptieren, was aber nach den gleichen Regeln funktioniert. Unter Boulevardstück wird heute zumeist eine Art Schwank verstanden, in dem die Mechanik der Dramaturgie mit steten Überraschungen und Verwechslungen wichtiger ist als ein „literarischer Gehalt“. Bevorzugtes Thema ist der Gegensatz von standesgemäßem Äußeren und unstandesgemäßen (Liebes-)Affären. Gesellschaftskritische Aspekte treten gegenüber der komödiantischen Wirkung in den Hintergrund.

Da mir das Ende dieser Geschichte von Anfang an nicht hundertprozentig zusagte und Teile der Geschichte einfach nicht filmisch umsetzbar waren, zumindest nicht ohne die Zuhilfenahme computergenerierter Bilder, die ich auf gar keinen Fall in meinen Film integrieren wollte, war auch klar, dass ich die Geschichte nicht eins zu eins umsetzen konnte und auch nicht wollte. Dass neue künstlerische Aspekte bei der Entstehung eines Drehbuches in eine Geschichte einfließen, ist bei der Adaption bestehender Werke nicht selten der Fall. Da ich das Drehbuch nicht alleine schreiben wollte, sondern in Zusammenarbeit mit der wesentlich erfahreneren Lisa Engelbach und mit meiner Regie-Assistenz Daniela Kulcsar, war auch logisch, dass nicht nur meine Gedanken in den Film einfließen würden, sondern die Ideen mehrerer „Künstler“.

Ein grundsätzliches Problem, sich die Geschichte filmisch vorzustellen, war die Tatsache, dass sich viele wichtige Dinge der Geschichte in Horsts Kopf abspielen.

Ich dachte also als Erstes an die Integration eines Off-Sprechers, ein Stilmittel, dass ich selbst sehr schätze. Möglich wäre es auch gewesen, den Protagonisten direkt mit der Kamera bzw. dem Zuschauer sprechen zu lassen, wie es bei „High Fidelity“ der Fall ist. Die erste Version des Drehbuches basierte folglich darauf, dass Horst selbst im Off sprach. Spätere Versionen des Drehbuchs waren dann ohne Off-Sprecher, weil wir uns darin probieren wollten, alles visuell bzw. nötigenfalls über Dialoge zu erklären. Nach David Mamet (US-amerikanischer Drehbuchautor, Dichter, Dramatiker, Filmregisseur und Produzent) ist ein Film ein guter Film, wenn sich alles über die Bilder erklären lässt, ohne auf das Mittel der menschlichen Sprache zurückgreifen zu müssen; die Dialoge dienen dabei mehr oder weniger der Detaillierung der Vorgänge. Die Lektüre seines Buches „Filmregie“ half mir sehr bei der Vorbereitung auf meine neue, ungewohnte Aufgabe als Regisseur.

Des Weiteren stellte sich im Prozess des Schreibens heraus, dass die Geschichte doch etwas zu komplex für einen fünfzehnminütigen Film ist, da allein die Anzahl der Charaktere und deren Einführung zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Deshalb wurden nach und nach sowohl die Charaktere als auch die Örtlichkeiten, an denen die Geschichte stattfindet, reduziert.

Wir gingen zunächst davon aus, dass Jennatschek und seine Frau im Hintergrund die Fäden ziehen würden. Horsts Nachbarin, Frau Petrescu, kostete unglaublich viel Zeit in der Geschichte. Andererseits war sie die Basis des ursprünglichen Running-Gags. Wir nahmen uns also vor, statt dessen einen anderen Running-Gag in das Drehbuch zu integrieren und auf sie zu verzichten. Zum Running-Gag später mehr.

Die Auflösung von Evers Geschichte, die inszenierte „Live TV-Show“, erschien mir zu lapidar und die Erklärung, dass beide Alten umherziehen und irgendwelche Nachbarn verkuppeln, erschien mir zu sehr bei den Haaren herbei gezogen. So machte ich mir mit meinen beiden Drehbuchpartnern Gedanken über die Beziehung zwischen Horst und Jennatschek und die zwischen Maria und Frau Jennatschek.

Dabei heraus kamen etliche unterschiedliche Drehbuchversionen, in denen die Jennatscheks einen Kiosk in einem kleinen Viertel hatten, der sowohl Marias als auch Horsts Stamm-Kiosk ist. Frau Jennatschek war einmal Marias Frisöse und Jennatschek Horsts Nachbar, ein anderes Mal besaß Jennatschek einen kleinen Laden und Frau Jennatschek war Marias pflegebedürftige Nachbarin und so fort.

Die einzelnen Charaktere wurden ausgeprägter und die Beziehungen untereinander änderten sich ständig. Jennatschek und Horst wurden in unseren Versionen dabei nach und nach sogar Freunde. Damit änderten sich natürlich auch die Hintergründe und Motivationen für das Date, dass immer noch fester Bestandteil der Geschichte blieb. Allerdings barg die Bedeutung des Dates und die Struktur der ursprünglichen Geschichte die Gefahr, eine Liebes-Komödie umsetzen zu müssen. Dies war aber nicht in meinem Sinne, und so verabschiedeten wir uns von der Idee, dass Horst sich in Maria verliebt.

Je losgelöster das Drehbuch von der Vorlage wurde, desto mehr Personen und Lokalitäten verschwanden von der Bildfläche. So war Frau Jennatschek die Nächste, die „dran glauben“ musste und sie wurde wie zuvor schon Frau Petrescu aus der Geschichte verbannt. Den Krankenhausaufenthalt ließen wir fast von vornherein aus. Zeitweilig verschwand die Date-Szene, in der sich Horst und Maria nach unseren Vorstellungen zusammen betrinken sollten, völlig aus dem Drehbuch, kam dann aber doch wieder hinzu. Der furiose Start hingegen, mit dem die ursprüngliche Erzählung beginnt, war nicht nur der Auslöser für mich, die Geschichte umsetzten zu wollen, sondern auch ein unumstößliches Muss.

 

Die Spannung, die Horst Evers beschreibt, wollte ich durch die Auflösung der Szene in ein Western-Duell lösen: Horst gegen die Marmelade. Die Vorlage hierfür sollte dabei die bekannte Szene aus „Spiel mir das Lied vom Tod“ von Sergio Leone werden. Unter dem Punkt „Vorbilder“ ist dieser Szene ausführlich Aufmerksamkeit gewidmet. Hiermit konnten wir ein weiteres Stilmittel der Komödie in den Film integrieren: die Parodie.

Wie in der Vorlage mit dieser Szene zu starten, war auch unser erster Plan. Bei der Weiterentwicklung des Drehbuchs allerdings merkten wir, das wir Horst etwas detaillierter einführen sollten, besonders aber die Beziehung zu Jennatschek. So kam dann eine weitere Erzählung von Horst Evers ins Spiel und die Westernszene rückte in der Geschichte weiter nach hinten.

Die neue Anfangsszene des Filmes, der damals noch den Namen „Jennatschek“ als Arbeitstitel trug, basiert auf der Geschichte „Monika“. Diese half nicht nur, Horst als faulen, unordentlichen und etwas seltsamen Kerl zu etablieren, sondern birgt sehr lustige Momente, die durch das ungewöhnliche Gespräch mit dem Nachbarn durch die Wand entstehen und ihre Absurdität in Horsts unerwarteten Reaktionen am Telefon finden. Mit dieser Szene konnten wir sowohl die Freundschaft der zwei Nachbarn etablieren als auch Horsts Unfähigkeit im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht. Letzterem wollten wir fortan in unserem Drehbuch größere Aufmerksamkeit zukommen lassen. Den Gesetzen des Dramas folgend, dass nämlich der Held einer Herausforderung gegenüberstehen muss, wählten wir fortan das Date als Herausforderung. Das Ziel des Helden sollte nun der positive Ausgang des Dates sein, das dem Nachbarn so wichtig ist. Die Schwierigkeit, eben dies zu erreichen, liegt in Horsts Unfähigkeit mit Frauen umzugehen und in seiner diesbezüglich mangelnden Erfahrung. Da er die Freundschaft zu seinem Nachbarn nicht aufs Spiel setzen will, ist er gezwungen diese Herausforderung anzunehmen - und ist den Gesetzen der Komödie folgend vorerst zum Scheitern verurteilt.

Normalerweise endet die Entwicklung, die der Charakter während einer Geschichte durchmacht, bei einer Komödie positiv, und auch ich wollte kein negatives Ende der Geschichte herbeiführen. Die letztendliche Auflösung der Geschichte sollte durchaus einen positiven Ausgang finden, der allerdings nicht zwangsläufig Grundlegendes in der Welt des Helden verändert, wie es zum Beispiel bei „The Big Lebowski“, einem meiner Lieblingsfilme, der Fall ist. Vielmehr sollte der Film ein Teil eines möglichen Episodenfilms sein, eines aus in sich geschlossenen Kurzfilmen bestehenden Langfilmes, oder, einer Sitcom ähnlich, die Möglichkeit der Weiterführung bieten, wie es auch Horst Evers Geschichten tun.

Um auf Monika zurückzukommen … Die Ursprungsfassung von „Monika“ basiert, wie eigentlich alle Geschichten des Autors, wieder auf Horsts verworrenen Gedanken. Monika ruft in Evers Geschichte lediglich an, um kurz und bündig Schluss zu machen, worauf sich Horst Gedanken darüber macht, was wohl schief gelaufen sein könnte, zwischen ihm und einer Frau, die gerade ihre Beziehung zu ihm beendet hat, eine Beziehung, die genau die fünf Sekunden des Telefonats lang war. Horst kennt gar keine Monika. Da wir das humorvolle Spiel mit der Absurdität von Horsts Reaktionen und Gedanken beibehalten wollten, bauten wir seine Gedanken in einen neuen Dialog mit Horsts neuem Freund und Nachbarn ein. Das Gespräch mit Monika schrieb Lisa Engelbach in ein etwas längeres um, in welchem Horst einen seiner absurden Gedanken tatsächlich äußert und mit dem wir seine Beziehung zu Frauen zum Ausdruck bringen konnten.

Um diese Missstände, die mangelnden Erfahrungen im Umgang mit Frauen, noch weiter zu verdeutlichen, erfanden wir zudem eine Szene, die auf die einleitende folgen sollte, sich im Supermarkt abspielte und auf die ich gleich näher eingehe. Diese Szene barg auch die etwas in den Hintergrund geratenen Slapstickelemente in der Begegnung mit einer hübschen Frau, die Horst um Hilfe bittet. Natürlich versiebt Horst die Situation. Da mir die Slapstickelemente nicht so wichtig waren, die Szene sehr lang war und meines Erachtens bereits genug auf Horsts Schwäche eingegangen wurde, kürzte ich die Begegnung später auf ein paar aussagekräftige Blicke, die sich Horst und die Frau zuwerfen sollten.

Diese Supermarkt-Szene hatte ihre Basis in einer weiteren Erzählung von Horst Evers. Er erzählt, wie Horst aus Geldmangel auf die Idee kommt, sich ein Schild mit der Aufschrift „Vorsicht Schlafwandler! Nicht ansprechen! Lebensgefahr!“ um den Hals zu hängen und damit „einkaufen“ zu gehen. Da ich vorhatte, in meinem Film einige Verweise auf bekannte Filme einzubringen oder diese zu parodieren, erinnerte mich diese Geschichte sofort an meinen Lieblingsfilm „The Big Lebowski“ von den Coen Brüdern. Dort geht der „Dude“ im Bademantel einkaufen. Ein Verweis auf diesen Film mit der Einführung einer Supermarktszene lag also nah und ich wollte diese nutzen, um eine zusätzliche Charakterisierung von Horst im Film vorzunehmen und dabei auch die Credits mit dem Film zu verbinden. Auf den Verweis zum Film „The Big Lebowski“ gehe ich unter „Auflösung & Filmische Vorlagen“ näher ein.

Um eine weitere Schwäche zu etablieren, Horsts Trotteligkeit, erfanden wir noch einen „Ausrutscher“ für das Ende der Szene. Letztendlich verschwand das Schild um Horsts Hals aus dem Drehbuch, die Begegnung mit einem Nachbarn im Treppenhaus nach dem „Einkaufen“ jedoch blieb. Dieser wurde erneut auf Jennatschek umgeschrieben, der damit diesmal nicht nur akustisch sondern auch visuell eingeführt werden konnte.

Um das Vorhaben, einen Running-Gag in den Film einzubauen, in die Tat umzusetzen, bot sich so der Hausflur der beiden an. Da die Wohnungen, durch das Gespräch durch die Wand verdeutlicht, direkt nebeneinander liegen, ist es auch logisch, das die Wohnungstüren ebenso nah nebeneinander sein können. Dies bot uns die Chance, Jennatschek die volle Kontrolle über Horsts Ausgehgewohnheiten zu geben. So konnte er Horst immer abfangen, wenn dieser die Wohnung verlässt oder nach Hause kommt. Den Gesetzten des Running-Gags folgend, führten wir also diese Szene zwei mal in den Film ein und bauten eine Steigerung ein; erst erwischt Jennatschek Horst beim Verlassen der Wohnung, dann überrascht er Horst, bevor dieser klingeln kann. Aufgelöst wird der Witz in der vorletzten Szene, der dritten Szene im Treppenhaus, in der Horst bewusst versucht, Jennatscheks Aufmerksamkeit zu entgehen und daran scheitert, weil er, trotz seiner Bemühungen leise zu sein, von Jennatschek abgefangen wird.

Nachdem Horst und Jennatschek ordentlich eingeführt waren, konnten wir zu der Stelle im Film kommen, in welcher der Held seine Aufgabe gestellt bekommt. Horst sollte, wie erwähnt, vor die Herausforderung gestellt werden, das Date mit Maria zu einem guten Ende zu bringen. Jennatschek stellte also seine Aufgabe, mit kleinen humoristischen Beigaben unsererseits und ähnlich unserer literarischen Vorlage, allerdings mit dem Unterschied, dass sich Horst mit Maria nicht nur Treffen, sondern auch bei der Gelegenheit gleich mit ihr „in die Kiste hüpfen“ sollte. Die Übertreibung ist, wie wir bereits festgestellt haben, ein gern genutztes Stilmittel der Komik.

Für das darauf folgende Date nahmen wir eine weitere Geschichte von Evers zur Vorlage. In dieser erzählt er, wie er sich bei einem Date derartig betrunken hat, dass er, als die Frau ihn sogar überraschenderweise mit nach Hause nahm und er dort die seltene Chance zu sexuellem Kontakt hatte, einfach auf der Toilette einschlief, bevor es dazu kommen konnte. Er hatte die Tür abgesperrt, also musste die Frau nachts auf eine Salatschüssel zurückgreifen, um ihre Notdurft zu verrichten. Sie warf dann Horst, nachdem dieser - zur eigenen Überraschung auf der Toilette sitzend - morgens aufgewacht war, hochkant aus der Wohnung. Auch mit dieser Geschichte gab es allerdings keine direkte Vorlage für das eigentliche Treffen in der Bar. So mussten wir uns dieses selber ausdenken - lediglich der starke Alkoholgenuss war vorgegeben.

Da das Grundgerüst des Filmes stand und die Charaktere klar umrissen waren, begann ich, eine detaillierte Charakterisierung der einzelne Figuren vorzunehmen. Diese Charakterisierungen finden sich im Anschluss an dieses Kapitel.

Aus dem Gespräch der vorherigen Szene heraus und aus den Figurenbeschreibungen ergaben sich weitere schöne, komödiantische Möglichkeiten wie Sprachwitz und Komik durch Wiederholung. Maria sollte während des Dates quasi ununterbrochen reden und Horst kaum die Möglichkeit lassen zu antworten, was ihm sehr entgegen kommt. Jennatschek hatte dies im vorherigen Gespräch mit einem „Sag einfach immer „Ja“!“ abgetan. So konnten wir mit dem Wörtchen „Ja“ und dessen vielfacher Wiederholung spielen. Wir banden Horst also an dieses Wort, was zwangsläufig dazu führen musste, dass er es im falschen Moment auch benutzen würde. Horst wiederholt dieses Wort so oft - und das mit Erfolg -, dass er es selbst schon nicht mehr richtig wahrnimmt, bis ihm eine Frage gestellt wird, die er mit „Nein“ hätte beantworten müssen - vor allem im Zusammenhang mit einem Date. Ebenso ergab sich die Möglichkeit einer rhetorischen Fragestellung, die aufgrund der Geschichte logischerweise eine Bejahung nach sich zieht. Im Falle Horst auch dann, wenn er das nicht will, und so ist die Schadenfreude des Zuschauers garantiert.

Bis kurz vor Schluss bzw. Ende der Frist, die wir uns für das Drehbuchschreiben gesetzt hatten, gab es zwei Versionen des Drehbuches mit zwei verschiedene Ausgängen des Dates. In der einen Version schlief Horst, der Vorlage folgend, einfach ein. Die andere hatte sich Lisa ausgedacht und spielte mit dem Gedanken, dass Horst etwas Wichtiges in Marias Leben „zerstören“ sollte, um die Dramatik seines Versagens zu untermauern. Das Wichtige in Marias Leben war in diesem Fall ihr Goldfisch Lukas. Während des Schreibprozesses fiel dieser mal auf den Boden und erstickte, mal fiel er ins Klo und wurde heruntergespült oder dort hinein geworfen, um ihn vor dem Ersticken zu retten. Letztendlich aber landete er in einem Kondom, das Horst mittlerweile nicht mehr im Bad, sondern im Schlafzimmer in das Aquarium „geschnickt“ hatte und danach samt Fisch in den Müll warf. So konnte Maria Horst wieder aus der Wohnung werfen. Am Ende „gewann“ diese Version und wurde umgesetzt.

Eine Szene, die wir im Drehbuch danach eingebaut hatten und die Horsts Verzweiflung aufgrund der Tatsache zeigt, dass er es sich mit Maria und damit wohl auch mit seinem Freund Jennatschek verscherzt hat, sollte Horst auf dem Flur vor Marias Wohnung zeigen, wie er krampfhaft probiert, die Situation zu retten. Diese mussten wir aus zeittechnischen Gründen leider beim Dreh streichen.

Nun mussten wir Horst noch mit seinem Versagen und den daraus folgenden Problemen konfrontieren, also mit demjenigen, der ihm seine Aufgabe gestellt hatte: Jennatschek. Voller freudiger Erwartung sollte dieser nun von Horst Bericht erstattet bekommen. Obwohl Horst seine Herausforderung nicht bestanden hatte, folgt nun die überraschende Wendung im Film, basierend auf Evers Idee, dass die ganze Geschichte eine Intrige gegen den Protagonisten war, zwar mit positivem Zweck aber trotzdem hinterlistig. Die plötzliche Umkehrung der Verhältnisse aber veranlasst Horst wiederum zur Rache und damit zu einem fairen Ausgleich.

Die Vorlage endet mit der Auflösung, dass Alles gut ist und Horst eine neue Freundin gewonnen hat, was allerdings doch nicht zu einer Beziehung und damit Weiterentwicklung geführt hat. Also ist alles beim Alten. Unsere Geschichte endet ebenso glücklich mit der Herstellung des Gleichgewichts, indem sich Horst, hier sei auf die Marmeladen-Szene verwiesen, an Jennatschek in kleinem Rahmen rächt. Horst und Jennatschek haben also beide nichts dazu gewonnen - und der Staus Quo ist wieder hergestellt.

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Aller Anfang ist schwer

Oktober 8th, 2009 by admin

Aller Anfang ist schwer. So auch bei meiner Diplomarbeit. Da ich ein altes angefangenes Drehbuch seit Jahren schwanger trug, das mir sehr am Herzen lag, bestand eine meiner Motivationen, einen Kurzfilm zu drehen darin, dieses im Zuge meiner Diplomarbeit endlich fertig zu schreiben und bei der Verfilmung Regie zu führen. 

Also begann ich damit, die alte Geschichte auseinander zu pflücken und vor einem Stapel alter Zettel sitzend eine Menge Musik zu hören. In der Geschichte ging es um einen Kerl, Horst gar nicht so unähnlich, der in einem Plattenladen arbeitet und Musik dazu nutzt, in seine Traumwelten abzutauchen. Sowohl Musik als auch Schallplatten spielen in meinem Leben eine große Rolle. Der Film „High Fidelity“ nach dem gleichnamigen Buch von Nick Hornby trug seinen Teil dazu bei, dieses Thema aufzugreifen. Nach etlichen Versuchen, das Drehbuch in eine bestimmte Richtung zu bekommen, die einem erlaubt in diese konkret weiterzuarbeiten, zeigte sich die Schwierigkeit dieses Unterfangens und so sprach ich mit Daniela Kulcsar, meiner Regie-Assistenz, über die Geschichte und gab ihr ein paar meiner Lieblingsfilme mit nach Hause, wie „The Big Lebowski“, „Bube, Dame, König …. Gras“, „Herr Lehmann“ und „The Blues Borthers“. Auch die beiden Filme „Smoke“ und „Blue in the face“ faszinierten mich in diesem Zusammenhang besonders, da sie hauptsächlich in einem kleinen Tabakladen an einer Ecke in New York spielen.

Auf meiner Grundgeschichte beziehungsweise ihren Charakteren beruhend sponnen wir von da ab gemeinsam an Ideen und probierten diese im Einzelnen weiterzuentwickeln oder verwarfen sie nach gemeinsamer Überlegung - hauptsächlich letzteres. Als es langsam Zeit wurde, die Unterlagen für die Förderung des Landes Rheinland-Pfalz zusammenzustellen, die essentiell für die Finanzierung des Filmes war, kam ich jedoch immer noch nicht zu einem wirklich zufriedenstellenden Ergebnis in Form eines geschlossenen Treatments.

Wenige Tage vor der Abgabe der Unterlagen hatte Daniela schließlich die rettende Idee, mit der ich mich allerdings erst anfreunden musste. Sie hatte vor kurzem, aus Langeweile im Buchregal ihrer Oma stöbernd ein Buch gefunden, das ihr aufgrund seines Covers aufgefallen war, weil es nicht zwischen die übrigen Bücher der Oma passte. Überraschenderweise stellten sich die darin enthaltenen Kurzgeschichten als sehr lustig heraus. Im Zuge der Ideenfindung für meinen Diplomfilm war ihr dieses Buch wieder in die Hände gefallen und sie stellte es mir vor.

Das Buch heißt „Die Welt ist nicht immer Freitag“ und besteht aus kurzen Erzählungen des Kabarettisten und Autors Horst Evers. Bei der Lektüre der ersten Geschichte in diesem Buch konnte ich mich sowohl selbst wieder erkennen als auch prächtig amüsieren. Danielas Vorschlag war, eine dieser Erzählungen zu verfilmen. Deren Titel lautet „Jennatschek“ und diese Geschichte bot von Art und Umfang die richtigen Vorraussetzungen für einen Kurzfilm.

Obwohl diese Idee großen Reiz auf mich ausübte, musste ich mich erst eingängig damit befassen, da mir mein altes Drehbuch, besonders aber das Thema Schallplatten sehr am Herzen lag. Der Schritt, sich von einer derartigen Herzenssache zu lösen, bedeutete für mich einen schwierigen Prozess des Abwägens einzelner Argumente und der Überwindung des eigenen Egos. Eigentlich wollte ich schließlich eine eigene Geschichte erzählen und kein Buch adaptieren.

Nachdem ich in den folgenden zwei Tagen den Rest des Buches geradezu verschlang und die Geschichte „Jennatschek“ immer wieder las, erkundigte ich mich auch im Internet über den Autor und war über dessen Präsenz im Web erstaunt. http://www.google.de/search?hl=de&q=horst+evers&btnG=Google-Suche&meta=

Auch wenn ich mich seinerzeit mit dem Ende der Geschichte „Jennatschek“ immer noch nicht hundertprozentig anfreunden konnte, entschied ich mich trotzdem dafür, die Schallplatten in den Wind zu schießen und fühlte mich nach dieser Entscheidung sogar sehr befreit.

Um diese Geschichte von Horst Evers verfilmen zu dürfen, brauchte ich natürlich seine Zustimmung und so nahm ich umgehend Kontakt zu ihm auf. Die freundliche Antwort auf meine Anfrage kam dann auch recht schnell und war glücklicherweise die Erlaubnis des Autors, seinen Stoff für meinen Diplomfilm verwenden zu dürfen.

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Der Nächste bitte

September 19th, 2009 by admin

Vor ein paar Tagen habe ich endlich den “Director’s Pre Cut” fertig bekommen. 
Es hat tierisch Spass gemacht mit dem tollen Material herum zu spielen und Dieter, Horst und Katharina hin und her zu schneiden, die wirklich tolle Arbeit geleistet haben! Ich bin bisher sehr zufrieden mit dem Ergebnis und kann es kaum abwarten die weiteren Postproduktionsschritte anzugehen. Auch die Möglichkeiten, die sich mir durch die Aufzeichnung mit der RED One Kamera in 4K Auflösung (RAW/4520×2540 Pixel) boten haben ihren Teil dazu beigetragen. Doch erst muss ich mich nun der Theorie zuwenden.

Da ich über die Zeit der gesamten Produktion mittlerweile natürlich jegliche Objektivität gegenüber der Geschichte und der Geschwindigkeit, in der sie erzählt wird, verloren habe, gebe ich den Feinschliff nun in die vertrauenswürdigen Hände eines weiteren Helfers und erfahrenen Cutters.

Sebastian “Wastl” Schnabel wird sich ab jetzt um Horst kümmern und ein Auge auf ihn werfen. Da Wastl bisher nur eine frühe Version des Drehbuchs kennt kann er noch einmal völlig frei an den gesamten Film heran gehen und nicht nur eventuelle Missverständnisse verhindern, sondern Szenen im Aufbau, wie im Detail ändern oder sie sogar komplett rausschmeissen…

Bin saumäßig gespannt!!!

Gruss Tassilo

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Grading die Erste

August 22nd, 2009 by admin

Ein Ergebnis des 2. Drehtags könnt ihr hier betrachten. Harry (Kamera) hat bereits mit den ersten Grading-Versuchen begonnen und mir mal ein Bildchen zukommen lassen.

Horst am Thresen

Horst am Thresen

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Willkommen bei Horst

August 6th, 2009 by admin

Komm rein und mach’s Dir gemütlich! Willkommen in Horsts Bude!

In den nächsten Monaten werd ich Euch hier auf dem Laufenden halten, was Horst so treibt, getrieben hat und wie er sich entwickelt. 

Falls sich demnächst des Öfteren etwas an der Navigation oder dem Erscheinungsbild ändert, wundert Euch nicht. Die Seite/der Blog wird sich stetig weiterentwickeln und dient hauptsächlich dazu, Euch auf dem neuesten Stand halten.

Ich freu mich natürlich immer über Kommentare und ähnliches und wünsch Euch erstmal viel Spass mit Horst!

Gruss Tassilo

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